Die Tariftabelle des SR ist nach denselben Tätigkeitsmerkmalen wie im öffentlichen Dienst aufgebaut. Die Höhe des Gehalts hängt ab vom Bildungsabschluss, Grad der Verantwortung und des selbständigen Handelns, von Erfahrung und Dienstjahren.

Die SR3-Redaktion beschäftigt 47 Mitarbeiter zum Großteil für Unterhaltung auf der Saarlandwelle und für Spiel-Events, wie hier beim Vereinsduell . Foto: SR
Die Tabellen sind direkt vergleichbar. So liegt das Gehalt in der höchsten Entgeltgruppe (E15) beim Land je nach Dienstjahren zwischen 5.500 und 7.600 Euro. Bei gleichem Anforderungsprofil (VG12) verdienen SR-Mitarbeiter zwischen 7.000 und 10.000 Euro (nach 14 Jahren). Beim WDR hingegen ist die turnusmäßige Steigerung des höchsten Tarifgehalts bei 9.200 Euro gedeckelt.
Ähnliches Verhältnis auch in der mittleren Entlohnung, z.B. die SR-Vergütungsgruppe VG8. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Grafiker, Sachbearbeiter, Reporter und Sprecher verdienen zwischen 4.200 und 6.300 Euro (nach 14 Jahren). Für dasselbe Leistungsprofil gilt in der Landesverwaltung die Entgeltgruppe EG9 mit einer Gehaltsspanne zwischen 3.500 bis 4.500 Euro.
Unterm Strich: Die SR-Tarifgehälter liegen um bis zu 30 Prozent über dem Niveau des öffentlichen Dienstes, bei allen ARD-Anstalten sind es nur 15 Prozent (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs im ÖRR; KEF). Dies hängt auch mit dem Zustandekommen der Tarifabschlüsse auf dem Halberg zusammen. Prozentuale Steigerung und Sonderzahlungen werden – wie bei allen ARD-Anstalten – hausintern zwischen dem Intendanten und Gewerkschaftsvertretern ausgehandelt. Die überdurchschnittlichen Ergebnisse der letzten zehn Jahre zeigen: Die Intendanten haben schnell groß beigegeben. Der mit (Ex-) Politikern besetzte Verwaltungsrat nickt ab. Das mehrt den Besitzstand und der Gehaltsabstand zwischen SR und öffentlichem Dienst wächst.
Darüber hinaus erhalten SR-Bedienstete im Gegensatz zum öffentlichen Dienst mehrere Zusatzvergünstigungen: Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Sterbegeld und Kabelerlöse (dabei werden die SR-Einnahmen aus der Einspeisung außerhalb des Sendegebietes unter den Mitarbeitern verteilt).
SR-Mitarbeiter können kräftig dazu verdienen, wenn sie im eigenen Haus Leistungen für andere Redaktionen, Programmgruppen, Fachbereiche oder für Tochtergesellschaften erbringen. Gezahlt wird 50 Prozent des für freie Kräfte üblichen Honorars. Die Aufträge sollen aber außerhalb der regulären Arbeitszeit abgearbeitet werden.
Zusätzlich vergütet der SR seinen arbeitnehmerähnlichen Festen-Freien die Überlassung ihrer Wort- und Bildbeiträge zur Online-Nutzung ihrer Wort- und Bildbeiträge. Der SR stellt dafür insgesamt etwa 61.000 Euro zur Verfügung, auch wenn die Beiträge gar nicht online verwendet werden. Zahlbar Ende November. Pro Beschäftigten gab es laut SR-Pressestelle durchschnittlich 345 Euro. Da kommt Weihnachtsfreude auf. Die Zuweisung erfolge pauschal, dies sei unbürokratisch, so der SR. Das alles läppert sich…
Einträglich sind auch Nebentätigkeiten. Für freie Moderation bei ein bis zweistündigen Veranstaltungen bei Unternehmen und Verbänden werden schon mal 1.200 Euro aufgerufen. Zahlreiche SR-Journalisten sind auch in Nebenjobs für die Landesregierung tätig, im Einzelfall mit mehreren tausend Euro Honorar von denen, die sie eigentlich kritisieren müssten.
Fazit: Ist das angemessen?
Der Saarländische Rundfunk ist ein geschlossenes, mangelhaft kontrolliertes System, in dem viele einen möglichst großen Anteil am Rundfunkbeitrag der Bürger ergattern wollen. Das haushaltsrechtliche Prinzip des sparsamen und wirtschaftlichen Handelns spielt dabei keine große Rolle. Der Landesrechnungshof hat deshalb auch gerügt, dass auf dem Halberg kein Controlling stattfindet.
Es stellt sich auch die Frage nach der Angemessenheit des Vergütungssystems. Die Redakteure von Radio Salü, die Lokal- und Regionalredakteure der Saarbrücker Zeitung , die dem SR – was das Informationsniveau anbetrifft – nicht viel nachstehen, bekommen angesichts der SR-Gehälter Tränen in die Augen.

